Bereich: Technik  
     
     

SEV
Die Sekundär-Elektronenvervielfacher oder SEV ist eine Röhre, die auf der Grundlage des fotoelektrischen Effektes und der Sekundäremission zum Nachweis und Messen sehr geringer Beleuchtungsstärken im UV-, sichtbaren und IR-Bereich des Lichtspektrums aber auch anderer energetischer Strahlungen verwendet.

   
Elektronenvervielfacher enthalten in einem evakuierten Glaskolben eine Fotokatode, bis zu 12 Prallelektroden (die sogenannten Dynoden), und einen Anode. Die Dynoden werden durch ein Widerstandsnetzwerk an eine gleichmäßig aufsteigende Spannung zwischen Katode und Anode gelegt. Das Widerstandsnetzwerk kann auch in den Sockelder Röhre integriet werden. Eine zwischen Anode und Katode angelegte positive Beschleunigungsspannung, beträgt in der Regel zwischen 1 und 2 KV.
Ein bei Strahlungseinfall auf die Fotokatode emittiertes Elektron erreicht, unter dem Einfluss der Beschleunigungsspannung, die erste Dynode und löst dort mehrere Sekundärelektronen aus, die zur zweiten Dynode beschleunigt werden und dort ihrerseits eine größere Anzahl von Elektronen freisetzen, u.s.w.. Die an der letzten Dynode freigesetzten Elektronen werden schließlich von der Anode aufgenommen. Die Dynoden bestehen meist aus Blechschalen, können aber auch eine netzartige Struktur besitzen. Die Elektronen werden dann durch die Gittermaschen hindurchgesaugt. Die erreichbare Stromverstärkung hängt von der Anzahl der Dynoden, vom Ausbeutefaktor ihres Materials sowie der Beschleunigungsspannung ab und kann Werte bis zum Faktor 100.000.000 erreichen.
Wird der Dunkelstrom, beispielsweise durch die zusätzliche Kühlung der Katode niedrig gehalten, so können noch einzelne die Fotokatode verlassende Elektronen nachgewiesen werden. Durch die Auswahl des Katodenmaterials lässt sich die höchste Empfindlichkeit der Elektronenvervielfacherröhre in gewünschte Bereiche des Lichtspektrums legen.
Elektronenvervielfacher werden hauptsächlich für fotometrische Messungen sowie für die Messung schwächster radioaktiver Strahlung in der Physik, Astronomie und Medizin verwendet. Die Frequenz kann bis 100 MHz betragen, bei Spezialkonstruktionen auch darüber. Sie kann aber auch als Bestandteil in Bildaufnahmeröhren integriert werden.