Bereich: Technik  
     
     

Magisches Auge  

Die Leuchtschirmröhre, auch als Magisches Auge bezeichnet, ist eine Spezialröhre, die ein Spannungs- in eine optisches Signal umwandelt. Die Ausdehung des Leuchtstreifens oder -fächers ist dabei von der angelegten Spannung abhängig.

Die Erfindung geht auf die Versuche von Dr. Allen du Mont in den 1930er Jahren zurück. Auf deren Basis die beiden Ingenieure Thompson und Wagner bei der amerikanischen RCA die erste Leuchtschirmröhre als visuelle Abstimmilfe für Radioempfänger entwickelten. Der in der Röhre erzeugte Elektronenstrom wird auf die schräg zum Elektronenstrom stehende und mit einer Leuchtschicht versehene Anode geleitert. Werden die Elektronen von der Anode aufgenommen, geben sie ihre Energie ab und erzeugen hierdurch die sichtbare Lichtemission in der Leuchtschicht. Je höher die Spannung innerhalb des Röhrensystems wird, desto größer wird das Elektrische Feld und in der Folge die Ausdehnung des leuchtenden Fläche auf der Anode. Das andauernde Bombardement der Elektronen stellt eine hohe Belastung für die Leuchtschicht dar, wodurch diese mt der Zeit zerstört wird und die RÖhre an Leuchtkraft verliert.

Die Anoden der frühen Leuchtschirmröhren wurden mit Zink-Silikat beschichtet, was zu einer kräftig grünen, teilweise gelblich-grünen Leuchtschirmfarbe führte. Leider war die Lebensdauer dieser Beschichtung nicht besonders haltbar. Die Forschung führten schließlich zu Zinkoxid als ideales Material für die Beschichtung. Es war wesetlich langlebiger und erzeugte eine höhere Lichtemission. Die Leuchtfarbe ist jedoch kälter als bei Zink-Silikat und zeigt eine blau-grüne Farbe. Die Art des Beschichtungsmaterials läßt sich somit einfach an der Farbe der Lichtemission erkennen.

Für die mechanische Ausführung des Lechtschirms wurden hauptsächlich drei Grundformen verwendet. Die ersten Leuchtschirmröhren verwendeten einen segmentierten Kreis (AM2, EM35), der später durch einen Fächer (EM80, EM85) abgelöst wurde. Am Ende der Entwicklung stand das rechteckige Band (EM84).
Mit dem Aufkommen des Stereo-Rundfunks wurden in einem Rundfunkgerät plötzlich zwei Anzeigen, bzw. Leuchtschirmröhren benötigt. Die Lösung war der Einbau von zwei unabhängigen Leuchtschirmsystemen in eine Röhre. Diese Doppel-Leuchtschirmröhren wurden beispielsweise als 2-Kanal-Aussteuerungsanzeige (EMM801) oder als Abstimmanzeige (EMM803) direkt im UKW-Stereotuner eingesetzt. Hier wurde ein Band als Abstimmanzeige des Tuners und das zweite für das vorhandensein des Stereosignals verwendet. In einfacheren Stereo-Rundfunkempfängern wurde nur die Abstimmung auf einer Leuchtschirmröhre, meist einer EM84, angezeigt. Das zweite Signal für den den Stereoempfang wurde einfach einer kleine Glühlampe zugeführt, die dann unterschiedlich hell leuchtete.

Zur Steuerung des Elektronenstrom verfügte jedes Leuchtschirmsystem über ein vorgeschaltenes, in der Regel im selben Röhrenkolben befindliches, Verstärkersystem - meist eine Triode. Dieses Triodensystem war für die Entwickler offenbar so tief in das Leuchtschirmsystem integriert, daß eine separate Kennzeichnung im Röhrentyp unterblieb und die Röhren einfach als EM... bezeichnet wurden. In der EFM11 übernahm eine Pentode die Funktion der sonst üblichen Triode. Dieses Pentodensystem wurde jedoch im Röhrenschlüssel berücksichtigt. Dieser Sachverhalt stellt heute eines der vielen Paradoxien in der Röhrenkennzeichnung dar.