Bereich: Technik  
     
     

IOT
Die Inductive Output Tubes sind die neueste Entwicklung auf dem Röhrensektor und sind für die Verstärkung von Hochfrequenzsignalen im UHF- und L-Band vorgesehen.
In der IOT wird ein Elektronenstrahl wie bei einer klassischen Tetrode über ein Gitter moduliert. Durch ein statisches Hochspannungsfeld zwischen dem Gitter und der rohrförmigen Anoden gewinnt der modulierte Elektronenstrahl an Energie, wird magnetisch fokusiert und schließlich in einen Hohlraumresonator geleitet in dem seine Dichtemodulation wie bei einem Klystron in Hochfrequenzleistung umgewandelt wird. Abschließend wird der Elektronenstrahl vom Kollektor aufgenommen.
Die verstärkte Hochfrequenzleitung wird aus dem Hohlraumresonator, wie bei einem Klystron, durch elektromagnetische Kopplung mit einem Hohl- oder Koaxialleiter entnommen. Die Rückkopplung der Hochfrequenz in den Gitter-Anoden-Raum wird dabei durch die rohrförmige Anode verindert.
Die IOT stellt eine Kombination von Klystron und Tetrode dar, weshalb diese auch als Klystrode bezeichnet wird.

Die Grenzfrequenz der IOT wird wie bei Scheibentrioden durch den Abstand zwischen Katode und Gitter begrenzt, da die Elektronen diesen Raum passiert haben müssen bevor die Modulationsspannung ihre Polarität ändert. Heute liegt der technisch realisierbare Minimalabstand zwischen Gitter und Katode bei etwa 0,1mm, womit sich eine obere Grenzfrequenz von rund 1,5 GHz einstellt.

Das Haupteinsatzgebiet der IOT liegt in starken terrestrischen Fernsehsendern sowie der Hochenergiephsik und in Teilchenbeschleunigern. Bei Leistungen bis 100kW wurden die dort bisher eingesetzten Klystrone nahezu vollständig von IOTs verdrängt. der Hauptvorteil der IOT gegenüber dem Klystron im höheren Wirkungsgrad, den geringeren Abmessungen und dem nahezu 30% niedrigeren Preis. Nachteilig ist die geringere Verstärkung von 20-25dB gegenüber dem Klystron mit typischerweise um die 40 dB.