Bereich: Technik  
     
     

Ballasttriode
Die Ballasttriode ist eine Triode die als Parallelregler zur Spannungsstabilisierung der Bildröhrenanodenspannung in Fernsehgeräte eingesetzt wurde. Die Ballasttirode war hierzu parallel zur Anodenspannung an die Bildröhre geschaltet um die von der Bildröhre momentan nicht benötigte Anodenleistung aufzunehmen und in Wärme umzusetzen. Während des Strahlrücklaufs, wenn der Bildschirm dunkel ist, muss die Ballastriode die volle Anodenleistung übernehmen wodurch die Anode zum Glühen gebracht wurde.
Die Parallelstabilisierung war notwendig, weil die Hochspannungsnetzteile der frühen Fernsehgeräte zu hochohmig für eine Serienstabilisierung über die Zeilenendröhre waren. Ohne Stabilisierung hätte jede Änderung der Bildhelligkeit zu starken Schwankungen in der Bildgröße geführt. Dieser bei mangelnder Sabilisrung auftretende Effekt wurde als "Pumpen" oder "Lupeneffekt" bezeichnet.

Die ersten deutschen Farbfernsehgeräte im Jahr 1967 waren häufig mit einer 63cm-Farbbildröhre, wie der Telefunken Typ A63-11X, ausgestattet. Diese Bildröhre arbeitet mit einer Anodenspannung von 25 kV und einem Anodenstrom von 1,2mA. Die Anodenspannung wurde mit einer Hochspannungswicklung auf dem Zeilentrafo erzeugt, mit einer Diode gleichgerichtet (Einweggleichrichtung) und anschließend direkt der Bildröhre zugeführt. Ein grosses Problem stellte die von der Ballasttriode, meist einer PD500, unter Volllast erzeugte Röntgenstrahlung dar. Dies war bereits von amerikanischen und japanischen Geräten, die als Ballasttriode häufig die 6BK4 einsetzten, bekannt. Die Röntgenstrahlung konnte jedoch erst durch umfassende konstruktive Maßnahmen und den Einsatz späterer Ballasttrioden wie die PD510, einer Weiterentwicklung der PD500 mit höherem Bleianteil im Kolbenglas, vermindert werden. Das grundsätzliche Problem der Stahlungsbelastung durch die Ballastriode blieb jedoch über den gesamten Einsatzzeitraum bestehen.

Ab etwa 1969 wurden zunehmend halbleiterbestückte Hochspannungskaskaden zur Anodenspannungserzeugung verwendet. Diese modernen Hochspannungsnetzteile waren niederohmig genug um die Regelung mit der Zeilenendröhre zu erreichen und die Verwendung einer Ballasttriode überflüssig zu machen. Ab etwa Mitter der 1970er Jahre war die Ballasttriode aus den Fernsehgeräten verschwunden.


Beispiele für verbreitete Ballasttrioden:

PD500 / PD510
6BK4