Bereich: Technik  
     
     

Hexode  

Die Hexode ist eine mit sechs Elektroden ausgestattet Elektronenröhre. Zwischen der Katode und Anode befinden sich 2 Steuer- und 2 Schirmgitter, die quasi eine Reihenschaltung von zwei Tetroden bilden. Der Bereich zwischen den zweiten und dritten Gitter, also dem Schirmgitter der ersten Tetrode (g2) und dem Seuergitter der zweiten Tetrode (g3) wird auch als virtuelle Katode bezeichnet.

Die Hexode wurde häufig in Überlagerungsempfängeren als sogenannter multiplikativer Mischer eingesetzt. Hierbei werden an die beiden Steuergitter zwei Signale unterschiedlicher Frequenz angelegt. An der Anode kann dann das verstärkte Mischsignal bestehend aus den Frequenzen f1 und f2 sowie den beiden Mischfrequenzen f1+f2 und f1-f2 abgegriffen werden. Im Überlagerungsempfänger wurde die Mischfrequenz f1-f2, die sogenannte Zwischenfrequenz (ZF) herausgefiltert und weiterverarbeitet.

Diese Art der Mischung bzw. Zwischenfrequenzerzeugung verursachte weitaus weniger Signalverzerrungen als die früher eingesetzte additive Mischung und bietet speziell beim Einsatz mit amplidutenmodulierten Signalen von Vorteil. Bedingt durch die hohe Anzahl an Gittern leidet die Hexode ebenso wie die Pentode unter dem Nachteil eines hohen Verteilungsrauschens. Für den Einsatz der Hexode müssen die Signale eine entsprechend hohe Signalstärke aufweisen um nicht vom Grundrauschen überdeckt zu werden. Bei Mittelwellenempfängern, mit ihren starken Signalen war die Hexode sehr verbreitet, während ihr der Einsatz in Kurzwellenempfängern auf Grunde der viel schächeren Signale verwehrt blieb.

Insgesamt war die Hexode keine besonders verbreite Röhrenkonstruktionen. Trotz einer stetigen Weiterenwicklung blieb der Einsatz der Hexode auf reine Mittelwellenempfänger sowie einige industrielle Anwendungen beschränkt.

Die Hexode war der erste Vertreter einer neuen Spezialröhrenfamilie die für den Einsatz in Überlagerungsempfängern vorgesehen war. Aus ihr wurden später die Heptode mit einem zusätzlichen Bremsgitter entwicklet. Die für Erzeugung der Oszillatorfrequenz benötigte Triode wurde meist mit in das Röhrengehäuse der Hexode eingebaut. DIese Verbundröhrenkonstruktion wurde bei der Heptode beibehalten, während in der letzten Entwicklungsstufe, der Oktode, die Triode vollständig in das Heptodensystem integriert wurde.