Bereich: Technik  
     
     

Aufbau und Bezeichnung

Eine Elektronenröhre besteht aus einem Gehäuse: Metall-, Glas- oder Keramikkolben, in den das Röhrensystem eingebaut ist. Bei leistungsstärkeren Röhren kann ein Teil des Gehäuses auch durch die Elektroden des Röhrensystem selbst gebildet werden. Die ist insbesondere bei luft- und wassergekühlten Röhren der Fall, bei denen die Anode zur leichteren Wärmeableitung direkt als Gehäuse dient.

Die klassische Elektronenröhre ist ein elektronisches Bauelement, das aus einen evakuieten (luftleeren) oder gasgefüllten Gehäuse besteht, in dem sich das eigentliche Röhrensystem befindet. Zur Stromführung sind die Elektroden durch elektrische Anschlüsse aus dem Gehäuse herausgeführt. Zum Röhrensystem kann auch ein Magnetfeld, welches durch einen Permanatmagneten oder einen Elektromagneten erzeugt wird, gehören. Ein Magnetsystem muss nicht zwangsläufig fest mit dem Röhrengehäuse verbunden sein. Beispielsweise bei Fernsehbildröhren wird dieses magnetische Ablenksystem einfach über die Röhre geschoben.

Die elektrischen Anschlüsse werden in der Regel auf einen gemeinsamen Sockel zusammengeführt, um einen einfachen Austausch der Röhre zu ermöglichen. Bei komplexeren Röhren und Röhren die für sehr hohe Spannungen ausgelegt sind kann auch der Einsatz mehrerer, räumlich getrennter Anschlüsse oder auch Sockel notwendig sein. Es wurden auch Röhren ohne Sockel hergestellt, die direkt in die betreffende elektronische Schaltung eingelötet wurden.

Auf Basis des mechanischen Aufbaus werden der Elektronenröhren bereits in erste Gruppen unterteilt. Aus dem verwendeten Gehäusematerial unterscheidet man in Glas-, Stahl- und Keramikröhren, aus dem Sockel in unterteilt Noval, Rimlock, oder Napfröhren, u.s.w.
Diese Gruppenbezeichnung beziehen sich auf die mechanische Auführung und sind daher sehr eindeutig. Andere Gruppenbezeichnung, die aus einem Einsatzbereich abgeleitet wurden, sind weit weniger genau. Hierzu zählen beispielsweise die Sende-, Oszillatorröhren sowie die Post- oder Wehrmachtröhren.

Heute wird eine Vielzahl von Gruppenbegriffen verwendet, deren Ursprung im mechanischen Aufbau, der Art des Elektrodensystem, der konzipierten Verwendung, dem Hersteller oder Verwender sowie vielen weiteren Eigenschaften begründet sind.

Zwei, eignetlich sehr eindeutige Gruppenbezeichnungen führen jedoch häufig zu Missverständnissen. Dies ist die Unterscheidung von Mehrfach- und Verbundröhren.
Im Gehäuse einer Mehrfach- oder Mehrsystemröhre sind zwei oder mehr von einander unabhängige Röhrensysteme eingbaut. Die einzige Ausnahme bildet die gemeinsame Heizung für mehrere Systeme bei indirekt geheizten Röhrensystemen, da diese keine direkte, funktionale Verbindung der System darstellt.
In Verbundröhren sind die Röhrensysteme dagegen teilweise miteinander elektrische verbunden. Beispielsweise einzele Elektroden von zwei Systemen auf einen Anschluss zusammengeführt oder die Systeme verfügen über eine gemeinsame Katode.

Über die Jahrzehnte konnten sich eine Vielzahl von Bezeichnungen etablieren, die alle aus dem jeweiligen Blickwinkel ihre Bedeutung haben. Eine große Gruppe stellen die Bezeichnungssystem der einzelnen Hersteller aber auch die der großen Verwender dar. Ergänzt werden diese Gruppen durch marketingtechnische Bezeichnungen und Handelsbezeichnungen.