Bereich VII: Bezeichnungssysteme - Amerikanische Röhren
     

  Bezeichnungsschlüssel für
Amerikanische Röhren
 

In Amerika wurden zu Bezeichnung der Röhren mehrere Bezeichnungssysteme verwendet:
Es wurde ein Zahlensystem das durch Baureihen auf Basis der Heizdaten bildete verwendete. Die Baureihe 3 umfaßt Batterieröhren, die Baureihe 6 Röhren mit einer Heizung mit 300 mA bei 6,3 V, bis zur Baureihe 117 Röhren die ohne Heiztransformator direkt am Stromnetz bei 110...120 V betrieben werden konnten. Innerhalb dieser Gruppen gibt es aber auch einige Typen die nicht unter die Baugruppendefinition fallen und alleinstehende Typen innerhalb der Gruppe bilden.
Ein weiteres System verwendet nur eine Nummerierung, die bei einigen Typen durch eine oder mehrere angehängte Buchstaben ergänzt wird. Die Nummerierung läßt allerdings keinen Schluß auf den Aufbau oder die Eigenschaften einer Röhre zu.
Weiterhin wurde ein System auf Basis einer vorangestellten Buchstabengruppe welche den Hersteller definiert verwendet. Dieses Bezeichnungssystem stellt eine Sammlung von Buchstabensystemen verschiedener Hersteller dar. Hier verwendete der Hersteller Hytron zum Beispiel das Buchstabenkürzel "HY" gefolgt von einer Nummerierung, Raytheon verwendete "CK", usw..
Teilweise wurden die Bezeichnungssysteme auch gemeinsam auf der Röhre aufgedruckt oder durch andere herstellerspezifische Bezeichnungssysteme ergänzt. Dies wurde auch durch den Umstand, daß einige Röhren zwei oder mehrere unterschiedliche Bezeichnung hatten hervorgerufen (z.B. 807 und 1625).

 
Bezeichnungssystem mit vorangestelltem Herstellerkürzel
Buchstabenkürzel Hersteller  
CK
HY
M
Raytheon
Hytron
Microtube Laboratorie of Chicago
 
 
Bezeichnungsystem auf Basis von Baureihen
 
1. Ziffer (Baureihe) Beschreibung
3








5



6














12














13




14








15 - 19


20 + 21


22

24




35





50









117
Die Baureihe 3 umfaßt die Röhren welche für den Betrieb in batteriebetriebenen Geräten vorgesehen sind (Batterieröhren). Die Heizfäden sind in der Mitte angezapft, so daß man beiden Heizfadenhälften in Reihe mit einem Heizstrom von 50 mA (bei 2,8 V pro Röhre) oder in Parallelschaltung bei 100 mA (bei 1,4 V pro Röhre) betreiben kann. Auf Grund der geringen verfügbaren Heizleistung finden sich in dieser Baureihe nur Einzelröhren. Die Baureihe 3 enthält mit der 3D6 auch eine leistungsstärkere Endröhre sowie zwei Verbundröhren (3A5 und 3B7) die mit einem Heizstrom von 110 mA bei 2,8V eine doppelt so hohe Heizleistung wie die anderen Röhren der Baureihe besitzen.

Die Baureihe 5 umfaßt ausschließlich Gleichrichterröhren für eine Heizspannung von 5 V. Um ein Verwechseln der Heizanschlüsse der Gleichrichterröhren mit denen der Empfängerröhren zu erschweren, hat man diese Heizspannung nur für Gleichrichterröhren verwendet.

Die Baureihe 6 beinhaltet Röhren die vornehmlich für den Betrieb an einer Heizspannung von 6,3 V Wechselspannung vorgesehen sind. Die Mehrzahl der Typen benötigt einen Heizstrom von 300 mA, einige Typen mit geteilten Heizfäden auch 150 mA. Durch den normierten Heizstrom können die Röhren der Baureihe 6 auch in Serienheizung betrieben werden. Soll eine amerikanische 6er-Röhre bei Serienheizung durch eine deutsche "E"-Röhre ersetzt werden, ist eventuell ein zusätzlicher Parallelwiderstand zum Heizfaden der "E"-Röhre zu schalten. Bei Parallelheizung ist ein Mischbetrieb problemlos möglich.
Die Typenvielflt innerhalb der Baureihe 6 ist riesig. Dies ergibt sich aus der Tatsache daß viele Typen sich nur durch der verwendeten Sockel unterscheiden, wie beispielsweise bei der 6D6, 6E6, 6T6 und 6U6. Häufig sind die Typen technisch so ähnlich, daß eine Unterscheidung in verschieden Typen aus heutiger Sicht keinen Sinn macht. Viele Pentoden können zum Beispiel problemlos durch die EF11 ersetzt werden. Die Trioden unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch den Durchgriff. Außerdem sind in dieser Baureihe auch einige Typen enthalten die für den Export in die Sovjetunion verwendet wurden.

Die Baureihe 12 enthält sehr viele Röhren und entspricht in der Bezeichnungsnomenklatur meist der Baureihe 6. Die elektrischen Daten der Röhrensysteme entsprechen damit häufig der Systemen die auch in der Baureihe 6 verwendet wurden. Die Heizspannung ist mit 12,6 V doppelt so hoch wie bei der Baureihe 6 wobei sich der Heizstrom auf rund 150 mA halbiert. Diese Eigenschaft ist speziell bei Verbund- und Endröhren mit einem hohen Heizleistungsbedarf von Vorteil, da diese durch die höhere Heizspannung mit einem geringen Heizstrom betrieben werden können. Man findet diese Röhren häufig in Allstromempfängern in Serienheizung mit anderen Röhren der Baureihe 6, aber auch höherer Heizspannungen. Durch die kombination verschiedener Röhren kann sie vorhandene Heizspannung bei einem Heizstrom von 150 mA gut ausgenutzt werden. Neben den Verstärker- und Verbundröhren gibt es in dieser Baureihe auch 2 Gleichrichterröhren. Die Baureihe 12 enthält aber auch einige völlig selbständige Röhrentypen wie die 12A mit einer Heizspannung von 5 V bei 250 mA oder die 12A5 die mit einen Heizfaden mit Mittelanzapfung ausgestattet ist und so den Betrieb bei einer Heizspannung 6,3 V oder 12,6 V ermöglicht.

Aus der Baureihe 13 wird nur die 13 selbst in Amerika hergestellt. Die anderen 13er-Röhren, deren Bezeichnung mit einem "U" endet wurden in Spanien hergestellt. Es handelt sich hierbei um Röhren der Baureihe 12, die jedoch mit einem Heizstrom von 100 mA wie die in Europa gebräuchlichen U-Röhren betrieben werden.

Die Baureihe 14 verhält sich zur Baureihe 7 ebenso wie die Baureihe 12 zur Baureihe 6. Die Röhren sind für eine Heizspannung von 14 V meist bei einem Strom von 160 mA vorgesehen. Man kann sie aber auch mit einer Heizspannung von 12,6...13 V betreiben. Der Heizstrom beträgt dann rund 150 mA, so daß ein Mischbetrieb mit anderen Baureihen bei Serienheizung möglich ist. Bei Allstrom- und Autoempfängern wurden die Röhren häufig mit Röhren der Baureihe 12 gemischt und mit einer Heizspannung von 12,6 V betrieben.Einige Endröhren und die Gleichrichterröhren der Baureihe 14 benötigen eine etwas höhere Heizleistung. Die elektrischen Daten der Systeme der Baureihe 14 entsprechen meist den entprechenden Röhren der Baureihe 7 (14AF7 zu 7AF7).

Die Röhren mit einfachen Zahlenbezeichung zwischen 15 bis 19 gehören zu keiner Baureihe und stellen spezielle Einzelröhren dar.

Die Baureihen 20 und 21 umfassen einige Oszillator- und Mischröhren mit einer Heizspannung von 20 bzw. 21 V.

Die Baureihe 22 besteht lediglich aus 3 Tetroden für eine Anodenspannung von 135 V.

Die Baureihe 24 umfaßt hauptsächlich eine Serie der französisch-englischen Firma Mazda die für eine Heizspannung von 24 V bzw. einen Heizstrom von 80 mA vorgesehen ist. Zwei Ausnahmen in dieser Baureihe stellen die elektrisch baugleiche 24 bzw. 24A mit einer Heizung von 2,5 V bei 1,75 A dar.

Die Röhren der Baureihe 35 sind für eine Heizspannung von 35 V bei einem Strom von 150 bzw. 300 mA vorgesehen. Die Röhren wurden häufig mit Serienheizung, auch im Mischbetrieb mit anderen Baureihen, in Allstromempfängern verwendet. Die Baureihe umfaßt neben 6 Gleichrichterröhren, mehrere Verstärkerröhrne sowie zwei Beam-Pentoden, die sich ausschließlich durch den verwendeten Sockel unterscheiden.

Die Baureihe 50 umfaßt hauptsächich Ergänzungstypen zu den Röhren mit 150 mA Heizstrom. Die Endröhre 50L6entspricht dabei der 25L6. Außerdem sind auch mehrere alleinstehende Typen mit abweichendem Heizstrom enthalten, wie die 50Z6G und die in Spanien hergestellte 50Z7G mit einem Heizstrom von 300 mA und einige ebenfalls in Spanien hergestellte Batterieröhren für 50 mA bei 1,4 V. Die Batterieröhren sind mit einem "D" am Ende der Bezeichnung gekennzeichnet. Zwei weitere Röhren für einen Heizstrom von 150 mA sind der Baureihe 70 enthalten. Die Heizspannung beträgt in der Baugruppe 70 allerdings 70 V. Bei den beiden Röhren die sich lediglich durch den verwendeten Sockel unterscheiden handelt es sich um Verbundröhren mit einem Beampetoden- und einem Diodensystem.

Die Röhren der Baureihe 117 sind für den Einsatz in kostengünstigen 2-Röhren-Kleinstempfängern vorgesehen und können ohne Heiztransformator direkt an einer Netzspannung von 110...120 V verwendet werden. Die Heizfäden sind mit einer Mittenanzapfung versehen die eine Parallelschaltung der beiden Heizfadenhälften und damit den Betrieb an einer Heizspannung von 55...60 V erlaubt. Bei den Gleichrichterröhren der Baureihe 117 ergibt sich durch die parallelgeschaltenen Heizfadenhälften ein Heizstrom von ca. 150 mA, so dass auch einen Serienheizbetrieb mit anderen Röhren dieses Heizstroms erfolgen kann. Das Gleichrichtersystem entspricht ungefähr dem der CY1/VY1, ist aber auf Grund des höheren Heizstrombedarfs etwas unwirtschaftlicher. Neben den Gleichrichterröhren enthält diese Baureihe noch einige Verbundröhren, die eine Beampentode und Diode enthalten. Diese Verbundröhren sind jedoch nicht für den Betrieb mit einer Serienheizung verwendbar.