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Erläuterungen zur Einbauart


Soweit das Datenblatt keine Einschränkungen hinsichtlich der Betriebslage macht, können Röhren in beliebiger Lage eingebaut und betrieben werden. Der senkrechte, stehende Einbau mit untenliegendem Sockel bzw. Pressteller ist zu bevorzugen, da die Kühlung meist auch auf diese Einbaulage optimiert wurde.
Andere Röhrenarten, wie beispielsewise quecksilbergefüllte Röhren, können nur ein einer definierten Lage betrieben werden.

Werden die Röhren in Fassungen mit leicht beweglichen Anschlussfedern betrieben, sollte beim Löten der Anschlussdrähte ein Stahlstiftphantom eingesetzt werden, damit die Fassungskontakte die richtige Lage zur Aufnahme der Röhre beibehalten. Die beweglichen Kontakte verhindern, daß sich bei Erwärmung der Röhre im Betrieb Spannungen zwischen den Sockelstiften bilden. Die Anschlussdrähte selbst sollten deshalb so flexibel wie möglich gehalten werden, da zu starre Drähte ebenfalls zu Spannungen im Röhrensockel bzw. Pressteller führen können. Die Spannungen können so stark werden, daß sie zu Glassprüngen im Sockelbereich und damit zur Zerstörung der Röhre führen.
Läßt sich die Verwendung starrer Drähte, beispielsweise beim Einbau von Widerständen oder Kondensatoren, nicht vermeiden, sollten der Drähte omegaförmig gebogen werden, um eventuell auftretende Spannungen aufnehmen können, ohne die Feder und damit den Röhrensockel zu belasten.
Röhren mit vergoldeten Sockelstiften sind vorzugsweise in Fassungen mit ebenfalls vergoldeten Kontaktfedern zu betreiben, um die Vorteile eines dauerhaft niedrigen Übergangswiderstands voll nutzen zu können und elektrochemische Schäden zu vermeiden.

Für Röhren mit flexiblen Anschlussdrähten werden ebenfalls Fassungen hergestellt. Diese müssen jedoch nicht zwingend verwendet werden, da diese Röhren für das direkte Einlöten in die Schaltung vorgesehen sind. Zur mechanischen Stabilisierung können die Röhren gegebenenfalls am Kolben mit eine Schelle oder ähnlichem befestigt werden. Hierbei muss jedoch darauf geachtet werden, daß eine ausreichende Kühlung der Röhre bestehen bleibt. Die maximal zulässige Kolbentemperatur darf an keiner Stelle überschritten werden.
Die Lötstellen an den Anschlussdrähten sollten mindestens 5mm, Biegestellen mindestens 1,5mm vom Glaskolben entfernt sein. Die genauen Abstände müssen dem jeweiligen Datenbaltt entnommen werden. Eine Überhitzung der Glas-Metall-Verschmelzung beim Einlöten der Röhre muss sicher vermieden werden. Gegebenenfalls muss die Wärme vor der Glasdurchführung, z. B. durch Verendungen einer Flachzange, abgeführt werden.

Freie Sockelstifte bzw. freie Fassungskontakte dürfen nicht angeschlossen, geerdet oder als Stückpunkte für andere Bauteile genutzt werden, da dies zu Funktionsstörungen der Röhre führen kann.

An den Sockelstiften und Anschlusskappen darf in der Regel nicht gelötet werden. Für den Einbau geeignete Fassungen, Anschlussklemmen und -federn können meist dem Datenblatt entnommen werden. Eine Ausnahme Röhren die für das direkte Einlöten elektrische Schaltungen vorgesehen und hierfür mit langen Lötdrähten ausgestattet sind. Auch kleinere Senderöhren sind teilweise mit Lötlaschen versehen.

Weiterhin ist zu beachten, daß die Funktion von Elektronenröhren durch elektrische oder magnetische Felder erheblich gestört werden kann. Beim Einbau der Röhre ist die Position im Gerät so zu wählen, dass sich der Einfluss solcher Störfelder auf ein Minimum reduziert. Falls dies konstruktiv nicht möglich ist, empfiehlt es sich die Röhre mit einer äusseren MU-Metall-Abschirmung zu versehen.