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Grenzdaten
Die absoluten Grenzwerte dürfen unter keinen Umständen überschritten werden. Netzspannungsschwankungen, Bauteiletoleranzen, u.s.w. müssen in der Schaltungsdimensionierung so berücksichtigt werden, dass eine Überschreitung sicher verhindert wird. Eine Überschreitung dieser Grenzwerte kann zu Schäden an der Röhre und dem frühzeitigen Ausfall führen.
Bei Grenzwerten die nicht als absolute Grenzwerte gekennzeichnet sind, und in den Datenblättern keine Einschränkungen gemacht werden, ist in Ausnahmefällen eine Grenzwertüberschreitungen zulässig. Diese Ausnahmefälle werden von jedem Hersteller und für jede Röhrenbaureihe anders behandelt. Häufig spielt auch die Art der Stromversorgung, an der das Gerät in dem die Röhre eingesetzt wird, eine wesentliche Rolle. Im Bedarffall gibt das Datenblatt hierzu Auskunft.

Um einen Einblick in Definitionen für eine zulässige Grenzwertüberschreitung zu bekommen, wird im nachfolgenden Absatz die Sichtweise der Firma Telefunken für deren Empfänger- und Verstärkerröhren wiedergegeben:
  Die Firma Telefunken unterscheidet den Einsatzfall einer Röhrer zuerst auf Basis der vom Gerätehersteller vorgesehenen Art der Stromversorgung, zwischen normalem Netzbetrieb und Batteriebetrieb sowie den Betrieb an einem Zerhacker oder Generator.
Weiterhin wird zu Grunde gelegt, daß alle Röhren in einem Geräte das mit Nennspannung versorgt wird und bei deren jeweiligen Nenndaten betrieben werden.
 
  1. Betrieb mit Netzspannung

    Die Elektrodengleichspannungen, Verlustleistungen und Ströme aller Röhren dürfen die angegebenen Grenzwerte in keinem Betriebszustand überschreiten. Ferner darf die Leerlaufspannung des Gleichrichters die maximale Kaltspannung der Röhren nicht übersteigen.
    Wird diese Bedingung erfüllt so:


    • dürfen beliebige Exemplare des vorgesehenen Röhrentyps verwendet werden.

    • dürfen die Toleranzen der Bauteile so gewählt werden, dass die Verlustleistungen der Röhren um maximal 10% überschritten werden kann.

    • darf die Netzspannung, die das Gerät mit Energie versorgt, um bis zu 10% schwanken.
      Ist mit Netzschwankungen über 10% zu rechnen, so müssen je Prozent der Überschreitung (P) die Elektrodengleichspannungen und (p-10)% und die Verlustleistungen und 2x(p-10)% reduziert werden.


  2. Betrieb mit Batterie

    • gelten sinngemäß die Vorschriften für ein mit Netzspannung betriebenes Gerät. Abweichend dazu darf, falls es sich bei allen in dem betreffenden Gerät eingesetzten Röhren um Batterieröhrnten handelt, die Batteriespannung einer neuen Anodenbatterie ihren Nennwert um maximal 15% übersteigen.

  3. Betrieb mit Zerhacker oder Generator

    Diese Betriebsart gilt für Geräte, die wahlweise an Netzspannung oder Batteriespannung betrieben werden können. Weiterhin muss beachtet werden ob die Batterie im Netzbetrieb immer oder nur, falls diese erschöpft ist, geladen wird.

    • gelten die Bestimmungen für den Netzbetrieb, wobei die Batteriespannngen von 6,3V, 12,6V bzw. 25,2 V auch im Netzbetrieb eingehalten werden müssen. Wird die Batterie während eines Grossteils der Betriebsdauer geladen, so müssen für die Dimensionierung der Schaltung erhöhte Batteriespannungswerte zugrunde gelegt werden. Für eine Batteriespannung von 6,3 V sind 7 V, für 12,6V sind 14V und für 25,2V sind 28V zu berücksichtigen.

 
Die Überschreitung von Grenzwerten war durch die Röhrenhersteller zwar zulässig, die Parameter hierfür waren aber so allgemein ausgelegt, das für die praktische Umsetzung beim Gerätehersteller immer zusätzliche Eignungs- und Langzeittests notwendig waren. Letztendlich gilt immer, je höher eine Röhre belastet wird, desto geringer ist deren Lebensdauer. Die Arbeit der Gerätehersteller war demnach immer ein Balanceakt zwischen Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit.