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Röhren mit radioaktiven Inhaltsstoffen

Das Sammeln von Röhren erfreut sich einer stetig steigenden Beliebtheit, doch nicht alle Röhren sollten ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen gehandhabt werden. In einigen Röhren, speziell bei Baureihen die für eine militärische Verwendung vorgesehen waren, wurden zur Verbesserung der elektrischen Eigenschaften oder Leistungssteigerung häufig giftige und radioaktive Stoffe eingesetzt.
Soweit die Röhren fachgerecht behandelt und nicht beschädigt werden, geht von den gefährlichen Inhaltsstoffen in der Regel keine Gefahr aus. Bei Röhren mit radioaktiven Inhaltsstoffen ist die Sache nicht ganz so einfach, da diese auch in völlig intakten Zustand gefährliche Strahlung abgeben können. Das häufig verwendete Nuklid Kobalt-60 (CO60) ist relativ unkritisch, da dieses, wenn die Röhren nach meist einigen Jahrzehnten den Sammlermarkt erreichen, weitgehend abgeklungen ist. Weitaus gefährlicher sind Röhren, die Tritium (H3) oder Radium226 (Ra226) enthalten.

Es wurden jedoch auch andere chemischen Verbindungen, die radioaktive Strahlung aussenden, in der Röhrentechnik verwendet. Hierzu zählen beispielsweise Cäsium- und Nickel-Nuklide aber auch natürliche Stoffe, wie Uran und Thorium. Die uns bekannten Stoffe/Nuklide sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt :

Ausgehend von der Tabelle der radioaktive Strahlung aussendenten Stoffe wurde die nachfolgende Auflistung der als potentiell gefährlich einzustufenden Röhren abgeleitet. Diese Tabelle entspricht dem aktuellen Kenntnisstand des TUBERIX-Museums und erhebt keine Anspruch auf Vollständigkeit.

Weiterhin muss beachtet werden, das manche Röhren in verschieden Ausführungen, d. h. sowohl mit als auch ohne radioaktives Nuklid hergestellt wurden. Einige Röhren wie beispielsweise CV2248...CV2252, CV2374, CV2375 und CV5229 die vor April 1961 hergestellt wurden enthalten anstatt des Nuklids Wasserstoff-3 (H3) das Radiumbromide. In anderen Röhren wurde für den Bereich des Glaskolbens, in der Nähe der Anode, sogenanntes Uranglas eingesetzt, welches an der charakteristischen grünlichen Farbe zu erkennen ist. Die große Anzahl an Röhren die die natürlichen Stoffe Thorium und Uran entahlten sind in der nachfolgenden Tabelle nicht aufgeführt

Generell stellt sich die Frage ob Röhren mit radioaktiven Nukliden überhaupt in eine Sammlung aufgenommen werden sollten. Für diese Röhren ist in jedem Fall das Vorhandensein eines geeigneten Strahlungsmessgeräts zu empfehlen, welches neben der direkten Strahlungsemission (Aktivität), zur schnellen Bewertung einzelner bzw. neu erstandener Röhren, auch die über einen Zeitraum gerechnete Strahlendosis, für die Überwachung der gesamten Sammlung erfasst. Angesichts der Kosten für ein derartiges Mess- und Überwachungsequipment, ist die Finanzierbarkeit einer Sammlung für Röhren mit radioaktiven Inhaltstoffen vorher zu bedenken.

An dieser Stelle möchten wir auch darauf hinweisen, dass radioaktive Nuklide bei weitem nicht die einzigen Gefahrenquellen im Zusammenhang mit Röhren sind.
Bitte beachten Sie Sie hierzu unseren Artikel "Grundsätzliche Überlegungen zur eigenen Röhrensammlung" (=>).

Generell sollten die Röhren von denen bekannterweise eine Gefährtung ausgehen kann, ausschließlich von Sammlern, die die notwendigen Kenntnisse für den Umgang und die Lagerung besitzen, erworben und für die Nachwelt bewahrt werden. Für Neueinsteiger in das faszinierende Thema gibt es genügend, im Umgang weniger kritische Röhren, die einen sicheren Einstieg ermöglichen.