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CATKIN - Röhre


VMS4B aus unserer Sammlung


Ab ca. 1933 wurden von den brittischen Herstellern Marconi, Osram und der brittischern General Electric (GEC) die ersten Stahlröhren für Rundfunkgeräte hergestellt.

Diese "Catkin" genannten Röhren waren mit einer aussenliegenden Anode sowie einem durch Glasverschmelzung verbundenen Sockel versehen. Die Bezeichnung "Catkin" ist eine Wortschöpfung bestehend aus der Abkürzung "CAT" ,von den CAT-Röhren (Cooled-Anode-Transmitter) und "kin" (zu deutsch: verwandt oder artverwandt), also CAT-verwandte Röhren.
Die Röhren waren meist mit einem Europa oder Kontinentalsockel ausgestattet, um den bei einigen Typen ein vieleckiges Lochblech gebaut wurde. Dieses Blech diente der Abschirmung der spannungsführender Anode gegen direkte Berührung.

Von der Catkin-Konstruktion versprachen sich die Hersteller eine stabilere Bauweise, engere Toleranzen sowie eine bessere Wärmeabstrahlung der Anode und damit höhere mögliche Anodenverlustleistung. Die Hersteller hatten offensichtlich mit der Herstellung und Stabilität der Röhrenkonstruktion grössere Schwierigkeiten, da alle Catkin-Röhren parallel auch als normale Glasröhre hergestellt wurden.

Die Catkin-Röhren waren bei Radiotechnikeren und Bastlern nicht sonderlich beliebt, da die volle Anodenspannung am teilweise freien Kolben lag und dadurch die Gefahr Stromschlägen sehr hoch war. Ob es an der mangelnden Marktakzeptenz gefehlt hat oder die Produktionschwierigkeiten nicht beseitigt werden konnten, bereits nach ca. 3 Jahren wurde die Produktion bei Osram wieder eingestellt.

Ein aus dieser Zeit stammendes Datenblatt können Sie hier betrachten.
     
  Im kurzen Herstellzeitraum wurden nur wenige Catkin-Röhren bis zur Serienreife entwickelt und in Serie gebaut. Die bekannten Ausführungen sind in der nachfolgeneden Liste aufgeführt:

 
  Typ Bauart Funktion Sockel und Anschlüsse
  MH4-K
MH4-M
MPT4-K

MPT4-M

MS4-B
MS4-K
MS4-M
N30-G
N30-K
VMP4-K

VMP4-M

VMS4-K
VMS4-M
W30-K
Catkin mit freier Anode
Catkin mit Aussenblech
Catkin mit freier Anode

Catkin mit Aussenblech

Glaskolben
Catkin mit freier Anode
Catkin mit Aussenblech
Glaskolben
Catkin mit freier Anode
Catkin mit freier Anode

Catkin mit Aussenblech

Catkin mit freier Anode
Catkin mit Aussenblech
Catkin mit freier Anode
Triode
Triode
Endpentode

Endpentode

Pentode
Pentode
Pentode
Endpentode
Endpentode
Regelpentode

Regelpentode

Regeltetrode
Regeltetrode
Regelpentode
Europasockel 5polig
Europasockel 5polig
Europasockel 5polig mit Seitenschraube
und Kontinental 7polig
Europasockel 5polig mit Seitenschraube
und Kontinental 7polig
Europasockel 5polig mit Kolbenanschluss
Europasockel 5polig mit Kolbenanschluss
Europasockel 5polig mit Kolbenanschluss
Kontinentalsockel 7polig
Kontinentalsockel 7polig
Europasockel 5pol. und Kontinental 7pol.
beide mit Kolbenanschluss
Europasockel 5pol. und Kontinental 7pol.
beide mit Kolbenanschluss
Europasockel 5polig
Europasockel 5polig
Kontinentalsockel 7polig
 
Um 1934 wurde eine kleinere Catkin-ähnliche Bauart für Batteriebetrieb eingeführt, die sogenannten Batkin-Röhren. Da Batterieröhren in der Regel nur wenig Anodenabwärme erzeugten, lohnte der hohe Aufwand der Catkin-Konstruktion hier nicht. Die Röhren wurden aber jedoch als Glastypen weitergefertigt.
Hierzu gehörten die Triode: HL2, die Pentode: VS4 und die Endpentode: PT2, mit 4 bzw. 5poligem Europasockel.