Bereich: Technik  
     

Loewe Radio GmbH
Berlin - Steglitz

Ab dem Jahr 1923 kam mit der kleinen aber hochinnovativen Firma Loewe Radio GmbH in Berlin Steglitz ein weiterer Röhrenhersteller auf den Markt. Aus den ersten Jahren sind eigentlich nur die LA75 und LA77 bekannt. Einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte Loewe erst im Jahr 1925, als dort die von Manfred von Ardenne und Heinert entwickelte erste Mehrfachröhre 3NF konstruiert wurde. Das besondere an diese Konstruktion war, dass in den Glaskolben an statt wie bisher üblich ein System, gleich 3 getrennte Triodensysteme sowie die für den Betrieb notwendigen Koppelkondensatoren ebenso wie die  Anoden- und Gitterwiderstände eingebaut waren. Damit gilt die 3NF zu Recht als der erste integrierte Schaltkreis in der Elektrotechnik.
Die Trioden waren innerhalb des Glaskolbens als Audion, Widerstandsverstärker und Endtriode verschaltet. Für den Aufbau eines einfachen Rundfunkempfängers wurde nun nur noch der Abstimmkreis benötigt. Bereits ein Jahr später folgte mit der 2HF die nächste Mehrfachröhre, die zwei Raumladegittersystem für die HF-Vorverstärkung enthält. Wie bei der 3NF wurden auch bei der 2HF alle für den Betrieb benötigten Koppelglieder und Widerstände bereits in den Glaskolben integriert. Der Grundgedanke eine kompakte und platzsparende Röhre für Rundfunkempfänger zu konstruieren wurde in den folgenden Jahren durch weitere Mehrfachröhren weitergeführt. In den 1930er Jahren kamen schließlich die die netzbetriebenen Mehrfachröhren WG33, WG34, WG35 und WG36 hinzu. Neben den Mehrfachröhren wurden bei Loewe auch klassische Einfachröhren hergestellt. Diese Röhren entsprachen den Ausführungen der Konkurrenz und wurden nur mit eingen Typenbezeichnungen versehen. Um sich gegen die anderen Hersteller optisch abzusetzen wurden die Loewe-Röhren ab den 1930er Jahren schwarz lackiert.  So waren die Loewe-Röhren bereits auf den Ersten Blick von den seinerzeit üblichen silbernen, goldenen oder grauen Röhren der Konkurrenten zu erkennen. Auf diese Weise wurde aus der AL4 die Loewe 4E1 oder der CF7 die Loewe 13H2. Sehr für beschäftigte sich Loewe mit dem immer mehr an Bedeutung gewinnenden Übertragung von Bildern, dem Fernsehen. Unter der Beteiligung von Manfred von Ardenne wurden bei Loewe neue Röhren speziell für den Einsatz in der Fernsehtechnik konstruiert. Hierzu zählen insbesondere ein- und zweistrahlige Sichtröhren für Oszillographen und Bildröhren für Fernsehempfänger. Bis Ende des II. Weltkriegs beschränkte sich Loewe auf die Konstruktion und Herstellung von Empfängerröhren, Senderöhren wurden bis dahin nicht gebaut. Auch die schwarze Lackierung verschwand nach dem Krieg wieder. Aus der Loewe Radio GmbH wurde noch in den 1930er Jahren das Unternehmen Loewe-Opta und später nur noch Opta.