Bereich III: Cerberus, Bad Ragaz/Schweiz
     
     

Cerberus

Die Cerberus GmbH wurde 1941 von den beiden Physikern und Erfindern Walter Jäger und Ernst Meili in Bad Ragaz, Schweiz, gegründet. Als Geschäftsräume wurden Räume im ehemaligen Hotel Bristol in Bad Ragaz bezogen. Die Unternehmensgründer entwickeln dort einen auf einer Ionisationskammer basierenden Rauchmelder der eine Kaltkatodenschaltröhre zur Signalverstärkung ansteuerte. Der Melder wird unter der Bezeichnung "Frühwarnfeuermelder" vertrieben.

Bald wird die Produktpalette um weitere Produkte, wie optische Flammenwächter und Glimmlampen erweitert. Maßgeblich für die Entwicklung war der Physiker und Unternehmensgründer Ernst Meili.Im Jahr 1944 wird Cerberus mehrheitlich vom Schweizer Unternehmen Elektrowatt übernommen. 1946 gelingt es jedoch Ernst Meili noch einmal für kurze Zeit eine Mehrheit im Unternehmen zu erlangen.
Mit der Rückkehr von Dr. Hans Lutz von Gugelberg, der in den USA umfassende Erkenntinsse über Gasentladungsröhren erlangen konnte, erhält die Entwicklung neue Impulse. Hans Lutz von Gugelberg wird 1950 Entwicklungsleiter bei Cerberus. In der Folge werden dekatische Zählröhren wie die DZ10 entwickelt. Ein Bericht über Kaltkatodenröhren von Dr. Hans Lutz von Gugelberg für den Schweizerischen Elektrotechnischen Verein (SEV) aus dem Jahr 1953 finden Sie hier.

Im Frühjahr 1956, rund 15 Jahre nach der Unternehmensgründung, beginnt die Cerberus GmbH mit der Herausgabe der Kundeninformationsschrift "CERBERUS-Elektronik". Diese in mehreren Sprachen verfügbare Informationsreihe bildete die Grundlage für den Siegeszug der Kaltkatodenröhren des Unternehmens. Außer über die Produkte und Schaltungsbeispiele wurde in der Informationsschrift auch über die Produktion bei Cerberus berichtet.

Den Vertrieb für Deutschland übernimmt das Hamburger Unternehmen Neye & Schmidt (später Enatechnik).
 


CERBERUS-Elektronik:

Ausgabe 1 vom März 1956
Ausgabe 2 vom Oktober 1956
Ausgabe 3 vom Januar 1957
Ausgabe 4 vom März 1957
Ausgabe 5 vom Oktober 1957
Ausgabe 6 vom März 1958
Ausgabe 8 vom Juli 1958
Ausgabe 9 vom Januar 1959
Ausgabe 10 vom April 1959
Ausgabe 16 vom August 1961
Ausgabe 19d vom April 1963
Ausgabe 20d vom September 1963
Ausgabe 21d vom Januar 1964


Dekadische Zählröhre DZ10 (von 1953)

Unter der Führung von Elektrowatt baut Cerberus 1958 eine neue Fabrik in Männedorf, verlegt den Unternehmensitz nach Männedorf und wird zum Weltmarktführer für automatische Brandmelder. Nun werden in großem Umfang Kaltkathodenröhren und Überspannungsableiter  produziert. 1972 entsteht schließlich ein Zweigwerk in Volketswil. Im Jahr 1978 weist die Billanz der Cerberus AG einen Umsatz von 174 Mio. Schweizer Franken und eine Mitarbeiterzahl von weltweit 2000 Personen aus.

Der Produktname Cerberus wurde für Jahrzehnte ein Synonym für automatische Brandmeldeanlagen in der Schweiz und darüber hinaus. So war in den meisten schweizer Hotels, Krankenhäusern, Büros und Werkstätten "der Cerberus" eingebaut.

Im Jahr 1998 beschäftigt die Cerberus AG rund 3000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von etwa 1 Milliarde Schweizer Franken. In diesem Jahr übernimmt die Siemens AG die Cerberus AG von der schweizer Elektrowatt und gliedert sie in die Siemens Building Technologies ein. Die Marke Cerberus ist auch heute noch sehr populär und wird von Siemens für einen Vielzahl von Produktserien verwendet.
 


Dokumente und Datenblätter zu Cerberus-Röhren:


Übersicht über das Lieferprogramm von 1957, 1964
Katalog von 1957,
Preisliste von 1953, 1956 (1), 1956 (2), 1958

Die Stellung der Kaltkatodenrelaisröhre in der Elektronik von 1956
Kontaktgesteuerte Relais mit der GR16
Relaisschaltungen (Sonderdruck aus der Zeitschrift "Elektro-Anzeiger", Nr. 16/17 vom 28.04.1956
Zuverlässigkeit mit Cerberus-Elektronik von 1956


Schaltdiode:

G11E von 1954, 1958
G42 von 1966, Preisliste: 1967,
G42 Schaltungsbeispiele für Zeitkreise (1), Zeitkreise (2), Treppenhausautomat,

Glimmrelais:
GR15 von 1954, 1955, Schaltungsbeispiele: Multivibrator
GR16 von 1953, 1955, 1957 und Schaltungsbeispiele
GR17 von 1953, 1957
GR18 von 1956
GR19 von 1955, 1957
GR20 von 1957
GR21 von 1956
Hinweise zu Glimrelais GR15, 16, 17 von 1955
Prospekt zu Glimmrelais GR von 1955, 1958

Stabilisatorröhren:

Prospekt von 1958
SR2 von 1954, 1956
SR3 von 1954, 1956
SR4 von 1956
SR6
Schaltungsbeispiele SR2 und SR3 von 1954

Überspannungsableiter:

UA1 von 1956

Signal-Glimmlampen:

SG - Baureihe
SGF - Die Einbauglimmlampe

Zählröhren:
DZ10 von 1953, Schaltungsbeispiel Dekadenzähler (1), Dekadenzähler (2)
EZ10b von 1961
GZ11, GZ12, GZ21 und GZ22 von 1962