Bereich II: Die Geschichte des deutschen Rundfunks: Die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft
     
   

Die Geschichte des deutschen Rundfunks:
Die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft


Die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) wurde am 15. Mai 1925 in Berlin als Dachorganisation der regionalen Rundfunkgesellschaften gegründet und bestand bis zum Kriegsende 1945.
Sie umfasste neun Rundfunkgesellschaften, die sich geografisch über Deutschland verteilten.

  • Funk-Stunde AG in Berlin: Programmaufnahme am 29. Oktober 1923 als „Radio-Stunde AG“
  • Mitteldeutsche Rundfunk AG (MIRAG) in Leipzig: Programmaufnahme am 1. März 1924
  • Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG (SWR) in Frankfurt/Main: Programmaufnahme am 30. März 1924.
  • Deutsche Stunde in Bayern GmbH in München: Programmaufnahme am 30. März 1924. Der Rundfunkdienst wurde 1930 in „Bayerische Rundfunk GmbH“ umbenannt und erst 1934 zum Beitritt gezwungen.
  • Nordische Rundfunk AG (NORAG) in Hamburg: Programmaufnahme am 2. Mai 1924.
  • Süddeutsche Rundfunk AG (SÜRAG) in Stuttgart: Programmaufnahme am 10. Mai 1924.
  • Schlesische Funkstunde AG (SFAG) in Breslau: Programmaufnahme am 26. Mai 1924
  • Ostmarken Rundfunk AG (ORAG) in Königsberg: Programmaufnahme am 14. Juni 1924
  • Westdeutsche Rundfunk AG (WERAG) Münster/Westfahlen: Programmaufnahme am 10. Oktober 1924. Der Rundfunkdienst ist 1927 nach Köln umgezogen und wurde in „Westdeutsche Funkstunde AG“ (WEFAG) umbenannt.
Nachdem die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren die Regierung in Deutschland übernommen hatten, wurde die Reichsrundfunkgesellschaft als zentrale Organisation gestärkt und alle bis dahin noch selbstständigen Rundfunkgesellschaften integriert bzw. aufgelöst. Die Reichsrundfunkgesellschaft wurde verstaatlicht und dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unterstellt. Für die zentralen Programmaufgaben war der Reichssendeleiter verantwortlich.
Auf Veranlassung von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels wurde die Reichsrundfunkgesellschaft am 1. Januar 1939 in Großdeutscher Rundfunk umbenannt.
Nach dem Ende des II. Weltkriegs wurde der Großdeutsche Rundfunk aufgelöst und alle noch vorandenen Aufnahmen, rund 3.600 Tonbänder, an das Deutsche Rundfunkarchiv in Wiesbaden übergeben.