Bereich II: Die Geschichte der deutschen Rundfunk-Sendetechnik
     
       

Die deutsche Rundfunk-Sendetechnik
Ein bedeutendes Einsatzgebiet für Röhren war und ist auch heute noch die Rundfunk-Sendetechnik. Da die Senderöhrenentwicklung in den 20er und 30er Jahren mit der Entwicklung des Rundfunks einher ging bzw. stark von dieser geprägt wurde, ist ein auch Blick auf die Entstehung des deutschen Rundfunks interessant.

Aufbauend auf die grundlegenden Arbeiten von Heinrich Hertz in den Jahren 1887 und 1888 wurden viele Versuche zur Nutzung der von Hertz gewonnen Erkenntnisse zur "drahtlosen Übertragung von Signalen" unternommen. So entstanden ab 1900 mit den Lösch- und Knallfunkensendern die ersten praktisch anwendbaren Generatoren mit denen eine drahtlose Übermittlung von Telegrafiezeichen möglich war. Ab 1905 beschäftigte sich auch die deutsche Firma Lorenz auf diesem Gebiet.
Im Jahr 1906 konstruierte der Däne Poulsen den ersten Lichtbogensender, der in der Lage war auch ungedämpfte Schwingungen zu erzeugen. Das Unternehmen Lorenz erwarb die Schutzrechte auf diesen Sender und gründete auf deren Basis die Abteilung "Drahtlose Telegrafie". Zu den ersten Aufgaben der Abteilung gehörte die Entwicklung von Versuchssendern für das deutsche Militär, das neben der Eisenbahnverwaltung und dem Postwesen zu den Hauptabnehmern für Telegrafiegeräte zählte.
Im Jahr 1908, nur 2 Jahre nach der Gründung der Abteilung "Drahtlose Telegrafie", hatten die Techniker bei Lorenz das Poulsen-Patent zur Serienreife gebraucht und die ersten Geräte beim deutschen Militär eingeführt. Im Herbst 1911 wurde von Lorenz der erste Groß-Maschinensender mit einer Leistung von 100 kW in Betrieb genommen. Bei Maschinensendern wird die Sendefrequenz durch einen umlaufenden Generator im Niederfrequenzbereich erzeugt und durch nachgeschaltete feste Übertrager vervielfacht. Diese einfachen Sender wurden später auch für die ersten Rundfunk-Testsender eingesetzt. Weiterhin wurden bei Lorenz auch kleine, tragbare Sender sowie der ersten Röhrensender mit Leistungen bis rund 1kW entwickelt.
Den Grundstein für den deutschen Rundfunks legte der legendäre Vortrag von Hans Bredow im November 1919 in Berlin. Obwohl diverse Funkübertragungen von Reichspost und dem Militär bereits über Jahrzehnte durchgeführt wurden, waren diese Übertragungen nur Punkt-zu Punkt-Verbindungen, also kein Rundfunk im eigentlichen Sinne. betrachtet werden. Hans Bredows Vortrag über die Möglichkeiten eines "Funkdienstes für alle" fand zwar auf Grund der wenig überzeugenden Übertragungsqualität der gezeigten praktischen Experimente keine große Unterstützung, aber die Gedanken den Bredow damit aufgeworfen hatte, zeigte schnell seine Wirkung. Angeregt durch den Vortrag begannen die großen deutschen Unternehmen, allem voran Lorenz und Telefunken mit eigenen Entwicklungen und auch die Reichspost erkannte schnell die Möglichkeiten die der Rundfunks bot. Im Dezember 1920 wurde durch die Reichspost aus der Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen, südöstlich von Berlin, probeweise ein Weihnachtskonzert ausgestrahlt. Während die Sendung in Deutschland weitgehend unbeachtet blieb, war die Resonanz von den deutschen Funkstellen im Ausland enorm groß. Dass diese erste Sendung in Deutschland nur wenig Beachtung fand, lag daran, dass der private Funkempfang in Deutschland zu dieser Zeit verboten war. Außerdem wurden bis zu diesem Zeitpunkt keine Sendungen für die Öffentlichkeit ausgestrahlt und private Empfangsgeräte waren somit noch nicht vorhanden.

Die Experimente der Reichspost wurden in den folgenden Jahren weitergeführt, so dass im Herbst 1923 der offiziellen Einführung eines deutschen Rundfunks nichts mehr im Wege strand.
Die Gründung des deutschen Rundfunks erfolgte am 15. Oktober 1923, durch Hans Bredrow, der seit dem als der "Vater des deutschen Rundfunks" betracht wird. Den Abschluss der Eröffnungsrede bildete die Übertragung eines Konzerts, aus deutschen Funkstelle in Königs Wusterhausen.
Die deutsche Reichspost eröffnete den regulären Sendebetrieb für die Öffentlichkeit am Abend des 29.Oktober 1923. Der Betrieb wurde aus dem VOX-Haus in Berlin mit einem 250 W Sender auf der Wellenlänge 400m aufgenommen.
Die ersten Worte dieser historischen Ansage lauteten: "Achtung, Achtung! Hier ist Berlin auf der Wellenlänge 400m"

Der deutsch Rundfunk war damit geboren.

Der für die erste Übertragung genutzte 250 W Sender war noch sehr experimentell auf einem Tisch aufgebaut. Als Endröhre wurde eine strahlungsgekühlte RS15 von Telefunken verwendet. Bereits kurze Zeit später wurde der Sender durch ein verbessertes Modell von Telefunken mit einer Leistung von 4kW ausgetauscht. Doch auch mit diesem deutlich leistungsfähigeren Sender war lediglich das Stadtgebiet von Berlin zu versorgen. Aus diesem Grund entschied man sich, die Sonntagkonzerte über den leistungsstärkeren Sender in Königs Wusterhausen auszustrahlen.

Da nun auch die Empfangstechnik für die Öffentlichkeit verfügbar war nahmen die Hörerzahlen kontinuierlich zu. Um die Flächendeckende Versorgung des gesamten Deutschen Reichs zu realisieren gründete die Reichspost in der Folge 13 Rundfunkgesellschaften. Die hierfür benötigen Sender mit einer Leistung zwischen 250 W und 1,5 kW wurde in den Jahren 1925 - 1927 in Betrieb genommen.

Die Standorte waren:

  • Berlin (716kHz)
  • Breslau (923 kHz)
  • Danzig (662 kHz)
  • Dresden (914 kHz)
  • Frankfurt am Main (770 kHz)
  • Hamburg (806 kHz)
  • Köln (1319 kHz)
  • Königsberg in Ostpreussen (1085 kHz)
  • Langenberg (635 kHz)
  • Leipzig (1157 kHz)
  • München (563 kHz)
  • Nürnberg (1256 kHz)
  • Stuttgart (833 kHz)

Eine Ausnahme war der damals stärkste deutsche Sender , der sog. Rheinlandsender in Langenberg, mit einer Leistung von rund 15 kW.


Während die ersten Sender noch in der Tischbauweise errichtet wurden, ging man schnell zu Sendern in Schalttafelbauform über. Hierbei befanden sich alle Bauteile wie Röhren, Kondensatoren, Spulen, etc. auf einer oder mehrerer ca. 1,0 x 1,5 m großer, meist aus Marmor gefertigter, Steinplatten. Die Industrie, vorwiegend die Firmen Lorenz und Telefunken, entwickelten die Sendetechnik kontinuierlich weiter und brachten in schneller Folge immer weiterentwickelte Sender auf den Markt. Zur Leistungssteigerung schaltet man mehrere, bereits im ersten Berliner Sender des VOX-Hauses verwendete, RS15 Röhren parallel. Allerdings erreichte man mit diesem Vorgehen schnell die Grenzen des technisch möglichen, so dass nach neuen Lösungsansätzen gesucht werden musste.
Auf der Empfangsseite wurden ebenfalls viele Fortschritte gemacht. Aus den überschaubaren 467 Hörern die die Sendung am 1. Dezember 1923 verfolgten, waren im Januar 1926 bereit rund 1 Millionen Hörer geworden. Im Januar 1928 zähle man im Deutschen Reich bereits über 2 Millionen angemeldete Rundfunkempfangsanlagen.

Nachdem nicht nur im Deutschen Reich der Aufbau eines öffentlichen Rundfunks vorangetrieben wurde, herrschte schnell ein großes Chaos bezüglich der genutzten Sendefrequenzen. Auch die stetige Erhöhung der Sendeleistungen und die damit verbundene Erhöhung der Reichweite sorgten zunehmend für Schwierigkeiten. Um dem entstanden Chaos zu begegnen, wurde am 15. November 1926 der erste Genfer Wellenplan eingeführt.
Aber nicht nur die Fortschritte in der Sendetechnik waren für die Schwierigkeiten verantwortlich, auch die Verbesserung der Empfängertechnik ermöglichte es immer weiter entfernte Sender in guter Qualität zu empfangen.

Die deutschen Rundfunksender wurden mit großen und aufwendigen Antennenanlagen, meist mit Mehrfach-T-Antennen, ausgerüstet. Die verwendeten Sendemasten in Holz- und Stahlfachwerktechnik errichteten eine Höhe von bis zu 200m. Später verwendete man auch vertikale und schwundminimierte Antennen sowie auf einem Fußisolator stehende selbststrahlende Masten. Da für die recht langen Mittelwellen auch sehr hohe Antennen benötigt wurden, entschied man sich oft für den Einsatz einer kürzeren Antenne die einer ausgleichenden Dachkapazität versehen wurde. Diese war meist eine horizontal angebrachte, speichenförmige Konstruktion an der Mastspizte. Eine einmalige Konstruktion stellte die Dachkapazität des Deutschlandsenders in Herzberg dar. Die Dachkapazität war eine völlig geschlossene, linsenförmige Konstruktion von 25m Durchmesser war sogar innen begehbar.

Einer weiteren Leistungsteigerung in der Sendetechnik wurde durch die zur dieser Zeit verfügbaren, strahlungsgekühlten Röhren verhindert. Eine technische Lösung bot die Entwicklung von Röhren mit außenliegender Anode. Da an der Anode die größte Wärmeentwicklung entsteht konnte diese, bei den neuen Röhrenkonstruktionen einfach direkt über eine große Anoden-Oberfläche abgeführt werden. Die Anode wurde hierzu mit Wasser umspült, das die Wärme von der Anode aufnahm und abführte. An der anderen Seite des Wasserkühlkreislaufs gab das erhitzte Wasser die aufgenommene Wärme in einem Wärmetauscher an einen anderen Kühlkreislauf oder direkt an die Umgebung ab. Nachdem das Kühlwasser ausreichend abgekühlt war, wurde es wieder zur Röhre zurückgeführt. Da normales Leitungswasser zu einem Kurzschluss der an der Anode anliegenden Spannung von teilweise über 10 kV geführt hätte, wurde für die Kühlung destilliertes Wasser verwendet. Auch die anfänglichen technischen Schwierigkeiten mit den Metall-Glas-Übergängen konnten schnell beseitigt werden. Die wassergekühlten Röhren für den Bau neuer Hochleistungssender standen ab etwa 1925 in verschiedenen Leistungen zur Verfügung. Beispiele hierfür sind die RS 225 und RS255 für Leistungen von 20kW, die RS267 für bis zu 150 kW oder die RS301 mit einer Leistung von 300kW.
Im Jahr 1940 wurde die RS301 im Parallel-Gegentaktschaltung mit 2x3 Röhren in der Endstufe des Senders Goliath eingesetzt. Der Goliath war mit einer Senderleistung von 1000 kW für Jahrzehnte der leistungsstärkste Längstwellensender der Welt.

Der erste Sender, der mit dieser neuen Röhrentechnik ausgestattet wurde, war der bereits erwähnte Sender Langenberg. Der Sender Langenberg ging am 15. Januar 1927 in Betreib und war mit einer Leistung von 15 kW der stärkste europäische Rundfunksender. Die anderen Sender der Rundfunkgesellschaften der Reichspost wurden in den Folgejahren für eine Sendeleistungen von 2,5 kW aufgerüstet.
In den Senderbauabteilung der Firmen Lorenz und Telefunken waren nun genügend Erfahrungen und auch geeignete Bauelemente vorhanden für noch leistungsfähigere Sender vorhanden.
Im November 1930 ging der von Telefunken konstruierte Sender in Mühlacker bei Stuttgart als erster Deutscher Großsender mit einer Leistung von 60 kW in Betrieb. Nur wenige Wochen später folgte mit dem gleichstarken Sender Heilsberg bei Königsberg der erste Großsender der Firma Lorenz. In der folgenden Jahren wurden alle deutschen Rundfunksender auf den aktuellen Stand der Technik umgebaut und erweitert. So konnten im Jahre 1933 die Sendestationen Berlin, Breslau, Hamburg, Königs Wusterhausen, Langenberg und München mit einer Leistung von 60 kW betrieben werden.
Der im Oktober 1932 fertiggestellte Sender Wiederau bei Leipzig verfügte bereits über eine Sendeleistung von 120 kW. In den Jahren 1933-1934 wurden auch die Sender Berlin, Breslau, Hamburg, Heilsberg, Langenberg, Mühlacker und München für einen Betrieb mit Sendeleistungen von über 100 kW umgerüstet.

Im Jahr 1935 betrieb die Reichspost verteilt über das gesamte Reichsgebiet ein recht umfangreiches Netz von Sendestellen. Da an den Hauptsendern wegen ständiger technischer Weiterentwicklungen häufig Umbauarbeiten notwendig waren, benötigte die Reichspost nun schnell einsetzbare Ersatzsender. Den ersten Überlegungen zu folge sollten zur Überbrückung häufigen Betriebsausfälle der Hauptsender Ersatzsender an des bekannten Standorten eingesetzt werden. Für diesen Zweck wurden transportable 20 kW Mittelwellensender angeschafft. Diese Ersatzanlagen waren sehr umfangreich und verfügten neben der eigentlichen Hochfrequenztechnik über eine eigene Stromversorgung mit Dieselgeneratoren sowie weiteren Hilfsanlagen. Verladen bzw. aufgebaut auf 10 to-Lastkraftwagen war für jede 20 kW Sendeanlage ein Convoi von rund 15 Fahrzeugen notwendig. Die Anlagen erfüllten Ihre Aufgabe zwar gut, jedoch stellte sich schnell heraus das der Transport über 100 km und mehr sehr aufwendig war. Mit der MAchtübernahme der Nationalsozialisten wurde der Ausbau des Sendernetzes weiter vorangetrieben. Als Anfang der 1940er Jahre 10 weitere Mittelwellensender von der Reichspost beauftragt wurden, wurde für diese zeitgleich 10 Ersatzanlagen mit jeweils 20 kW in Auftrag gegeben.
Bei diesen neuen 20 kW Ersatzsendern der zweiten Generation waren die militärischen Absichten unübersehbar. Die Sender waren in geländegängigen LKWs mit Anhängern untergebracht und mußten leicht verlagert sowie schnell auf- und abbaubar sein. Eine Sendeanlage inkl. alle Nebeneinrichtungen umfasste rund 22 Fahrzeuge. Auch die Bezeichnungen für die Anlagen von "Anton" bis "Martha" wies auf den geplanten militärischen Einsatz hin.
Um die Sendeleistung zu erhöhen wurde ein zusätzliches Fahrzeug mit einer Koppeleinrichtung entwickelt, die es ermöglichte drei 20 kW Sender zur einem 60 kW Sender zusammenzuschalten. Als Antenne diente eine Dreiecksflächenantenne, wie sie auch heute noch als Ersatzantenne speziell im militärischen Bereich eingesetzt wird.

Um eine vollständige Abdeckung des damaligen Reichsgebiets sicherzustellen, wurden auch Langwellensender in ähnlicher Bauart hergestellt. Diese Sender wurden nach Kriegsbeginn jedoch hauptsächlich als Soldatensender, Funkbaken und Störsender eingesetzt.

Nach Kriegsende wurden diese meisten dieser hochentwickelten mobilen Sendeanlagen von den Siegermächten als Beutegut auf das eigene Hoheitsgebiet gebracht. Dort untersucht und zerlegt und bildeten schließlich die Grundlage für eigene Entwicklungen. Die Reste der Anlagen wurden verschrottet.
Ein kurz vor Kriegeende fertiggestellter Eisenbahnsender mit einer Leistung von 100kW verblieb in Deutschland und wurde 1947 als Ersatz für den im Krieg zerstörten Mittelwellenender Frankfurt/Main eingesetzt. Dieser, in 13 Reichsbahnwagons untergebrachte Sender war mit neuester Technik ausgesattet und zählte zu den modernsten Anlagen seiner Art.

Aber auch die stationären Großsender wurden während der Zeit des Nationalsozialismus kontinuierlich weiterentwickelt. Die frühen Sender hatten den Nachteil einer recht begrenzten und höchst komplizierten Verstellmöglichkeit der Sendefrequenz. Mitunter wurden für einen Frequenzwechsel Stunden, teilweise sogar mehrere Tage benötigt, da häufig neben dem Sender auch die Antennenanlage mit umgebaut werden musste. Außerdem erforderte ein Wechsel der Sendefrequenz eine Neuabstimmung der frequenzbestimmenden Bauteile, wie Spulen und Kondensatoren. In den Treiberstuben der Grossender waren die Abgleicharbeiten noch einfach, in der Leistungsstufen traten jedoch großen Schwierigkeiten auf.
Eine Abhilfe boten die neuentwickelten "Umbausender" die für einen schnellen Frequenzwechsel konstruiert waren. Um das Jahr 1941 standen an allen wesentlichen Standorten 2 Großsender zur Verfügung, die auf unterschiedlichen Freuenzen eingesetzt werden konnten.

Bereits Mitte der 1920ziger Jahre, in den Anfangsjahren des Rundfunks, waren die Sendefrequenzen knapp. Während den stetig wachsenden Problem mit der Einführung des Genfer Wellenplans, im November 1926, entgegen gewirkt wurde, beschäftigte sich die Industrie mit technischen Lösungen. Die Firma Lorenz erforschte an ihren Standorten in Berlin und Eberswalde den Gleichwellenbetrieb von Sendern. Hierbei strahlen mehrere Sender an unterschiedlichen Standorten das identische Programm aus. Basierend auf den gewonnen Erkenntnissen wurde im Winter 1928/29 der erste Gleichwellen-Sendebetrieb der Reichspost mit den Sendestellen in Berlin, Magdeburg und Stettin in Betrieb genommen.

Da der Gleichwellenbetrieb auch aus Sicht der Nationalsozialisten ein geeignetes Mittel zur Propagandaverbreitung darstellte, wurden nach 1933 die Errichtung mehrerer Groß-Gleichwellennetze im Deutschen Reichsgebiet geplant. Anfang März wurde hierzu ein erfolgreicher Test mit den leistungsstarken Sendern in Berlin, Breslau und Heilsberg in Ostpreussen durchgeführt. Am 9. Juni 1940 wurde das deutsche Rundfunkeinheitsprogramm eingeführt und über 5 Groß-Gleichwellennetze sowie einige Einzelsender verbreitet.

Im Jahr 1942 waren auf reichsdeutschen Staatsgebiet 48 Rundfunksendestellen, im sogenannten Generalgouvernment 6 Sendestellen und im Protekorat Böhmen-Mähren 5 Sendestellen in Betrieb. Der leistungsstärkste Rundfunksender dieser Zeit war der Deutschlandsender, der auf 191 kHz Langewelle mit einer Leistung von 500 kW sendete. Die meisten Sender waren mit hochmoderner Anlagentechnik deutscher Unternehmen ausgerüstet. Nur einige Sender verwendeten noch Antennen der Firma Marconi.
Der leistungsstärkste Sender war der von Lorenz, für die Kommunikation mit Schiffen und Unterseebooten konstruierte Goliath, in Kalbe an der Milbe nahe Berlin. Die Sendeleistung von 1000 kW blieb lange Jahre unübertroffen und auch die Sendetechnik war zukunftsweisend. Nach Kriegsende wurde der Sender Goliath in die Sowjetunion verbracht und ist dort bis heute für die russische Marine im Einsatz. Wie zukunftsweisend und zuverlässig die deutsche Technik ist zeigt sich daran, dass die Anlage heute nach über 60 Jahren nahezu unverändert betrieben wird.