Bereich: Technik  
     

Wehrmachtröhren
Ein Sonderfall in der Röhrengeschichte

Bis in die jüngere Vergangenheit zählten Röhren die maßgeblichen Komponenten in militärischen Geräten und Anlagen. Hierfür wurden zumeist zivile Röhren in Bauart, Sockel, etc. für die militärische Verwendung angepasst. In vielen Fällen wurden aber einfach bestehende Konstruktionen unverändert übernommen und lediglich mit einer neuen Typenbezeichnung versehen. Eine Ausnahme bilden die Spezialkonstruktionen sowie Hochleistungsröhren für die Radartechnik. Hintergrund war, das damit die benötigten Röhren schnell, kostengünstig beschafft werden konnten oder zumindest Einsparungen gegenüber einer Neukonstrution möglich waren.
Völlig anders verfuhr die deutsche Wehrmacht, die nahezu ausschließlich Sonderkonstruktionen einsetzte. Eine Besonderheit an diesen Röhren war die häufig verwendete Patronenfassung, die es ermöglichte die Röhren von außen in das Gerät einzusetzen ohne das dieses hierfür geöffnet werden musste.  So war ein sehr schneller und einfacher Röhrenwechsel möglich, außerdem war eine Beschädigung der Geräteelektronik im Gehäuseinneren hierbei eigentlich unmöglich. Selbst große und komplizierte Röhren, wie die Sichtröhren der Radargeräte oder größere Senderöhren waren auf diese Weise ausgeführt. Die wenigen zivilen Röhren wurden wie bei anderen Armeen auch mit neuen Typenbezeichnungen versehen. Eine weitere Besonderheit war das Bezeichnungssystem der Deutschen Wehrmacht selbst aus dem sofort ersichtlich war für wen die Röhre bestimmt war, welche Heizspannung diese hatte sowie die Bauart der Röhre, ihre Leistung bzw. Verstärkung. Auch wenn das Bezeichnungssystem einige  Sonderfälle und Ausnahmen beinhaltet, war es ein sehr durchdachtes und flexibles System.