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Die Tuberix-Röhrensammlung
... wie alles begann


"Alles hat einen Anfang und hat irgendwann durch eine Idee,
einen glücklichen Umstand oder einfach Zufall begonnen. "


Es war in den 1980er Jahren - Ich war so um die 12 - 14 Jahre alt und ein leidenschaftlicher Bastler, kein elektrisches Gerät war vor mir sicher (und manchmal hat das Gerät danach auch noch funktioniert). Zu dieser Zeit erhielt ich einen Schuhkarton mit Röhren und war sofort von den Teilen fasziniert.
Die damals noch regelmäßigen, öffentlichen Sperrmüll-sammlungen von denen ich, zum Leidwesen meiner Eltern, schon so manchen "Schatz" mit nach Hause geschleppt hatte, stellten sich als brauchbare Quelle heraus um sich eingehender mit den Röhren zu beschäftigen. So verfügte ich in relativ kurzer Zeit über eine recht ansehnliche Menge an Radio- und Fernsehröhren sowie einige Geräte und Bücher. Die zu diese Zeit aufkommende Computertechnik ermöglichte mir die moderne Verwaltung meiner Röhren nach Typ, Ausführung, Hersteller usw.
Aus dem Funken den der Schuhkarton bei mir entfacht hatte, war bereits einige Jahre später ein Großbrand entstanden, der alles verschlang, was mit Elektrotechnik und Röhren im Speziellen zu tun hatte.

Die erste Röhrenvitrine etwa 1992
(Ein Fach im Bücherschrank 0,3m²)
Es war klar, dass meine berufliche Zukunft auch im Bereich der Elektronik liegen würde. Die Lehrzeit und der glückliche Umstand diese in einem Industriebetrieb zu verbringen, in dem noch röhrenbasiente Geräte entwickelt und hergestellt wurden, eröffnete meiner Sammelleidenschaft völlig neue Wege. Zu den Radio- und Fernsehröhren gesellten sich immer mehr Industrie- und Spezialröhren, Nixies, HeNe-Gaslaser, Thyratrons,...
Als ich in den 1990er Jahren bei meinen Eltern ausgezogen bin, entstand dem Außenstenden wohl der Eindruck eines Unternehmensumzugs.

Dann kam das Jahr 1991: Mit der Öffnung den DDR-Grenze und dem Abzug der Sowjetischen Truppen gab es plötzlich Röhren von jenseits des "eisernen Vorhangs" in Hülle und Fülle. Bei mir stabelten sich die Kartons und Kisten. Man hatte den Eindruck die Mauer sei nur ein Stück nach Südwesten verschoben worden. Die Menge war so groß, dass ich den letzten Karton erst 1997 geöffnet habe.

Mit dem neuen Jahrtausend wurde ich mit einem neuen Problem konfrontiert,
daß sicher viele Sammler kennen: Platznot !!

Der Platz war eigentlich schon immer knapp, aber bisher hatte ich dieses Problem einfach immer durch die Verwendungen neuer Lagerräume umgehen können - Doch nun war endgültig Schluss. Ich war, wie viele andere Sammler, gezwungen einen Teile meiner Sammlung abzugeben und mich auf einen Bereich zu konzentrieren. Glücklicherweise fand ich jemand der meine Gerätesammlung übernahm. Heute beschränkt sich Tuberix auf Röhren und direkte Zubehörteile, wie Fassungen, Kühlelemente, etc.

Um den freigewordenen Raum möglichst effektiv zu nutzen, führte ich staubdichte, transparente Kunststoff-Lagerboxen und Regalesysteme ein. Das sah zwar nicht so schön aus wie Vitrinen, war aber sehr praktisch und beseitigte nebenbei auch die Schwierigkeiten mit der Raumluftbelastung. In diesem Zuge begann ich auch mit einer kompletten Neuaufnahme aller Röhren. Dies war notwendig, da sich durch die vielen Datenbank-Übernahmen und Updates einige Fehler eingeschlichen hatten. Dies war die Schattenseite des schnellen und vielgelobten, technologischen Fortschritts in der EDV-Technik.

Nach längerer Überlegung, entschied ich mich gegen eine Datenbank, sondern setzte statt dessen auf eine einfache, selbstprogrammierte Excel-Tabelle. In den folgenden Jahren zeigte die Tabelle durch ihre Offenheit und Flexibilität immer mehr Vorzüge gegenüber einer Datenbanklösung. Die Tabelle ist noch heute das Herzstück der Tuberix-Sammlung.

Um das Jahr 2000 hatte die Sammlung einen Umfang erreicht der eine öffentliche Ausstellung nahelegte. Der Umstand das der Aufbau eines Museums zu diesem Zeitpunkt für mich weder finanziell noch zeitlich realisierbar waren, führten schließlich zur Idee eines virtuellen Museums: Dieser Tuberix-Homepage.
Die Erfahrungen aus der Sammlungsdatenbank sowie die der Excel-Tabelle flossen natürlich auch in die grundlegende Gestaltung der Homepage ein. Ich entschloss mich für eine möglichst einfache Erstellung, ohne Skripte, Frames und dergleichen, auch wenn dies mehr Aufwand bedeutete.

Die Idee des Röhrenmuseums war jedoch stets präsent und so konnte ich 2006 in einem Nebenraum meines Unternehmens eine kleine Ausstellung einrichten. Die Ausstellung wuchs schnell und auch die Besucherzahlen stiegen ständig. Im Sommer 2010 hatte die für die Ausstellung genutzte Fläche nahezu 50m² erreicht. Auch wenn die Ausstellung nur nach vorheriger Anmeldung zu besichtigen war, war der zeitliche Aufwand für die Pflege und Besucherführungen, meist nur schwer mit den betrieblichen Interessen in Einklang zu bringen.

TUBERIX-Ausstellung in Jahr 2007
In der Mitte des Lebens stellt man sich natürlich auch ein paar andere, teilweise sehr persönliche Fragen:
Als ich auf die sehr erfolgreichen Jahren mit meinem Unternehmen zurückblickte, stellte ich mir die Frage wie es weitergehen wird. Eigentlich war alles super gelaufen und ich hatte alles erreicht was ich mir vorgestellt hatte. Aber von dem Job den ich früher so gerne gemacht hatte, war nicht mehr viel übrig. Um das Unternehmen in den nächsten Jahren auf dem gleichen Wachstumskurs zu halten, standen in den kommenden Jahren tiefgreifende Änderungen in der Unternehmensstruktur an...
Doch wo bleibe ich, meine Träume und Visionen? - Ist das wirklich der Weg den ich gehen möchte?
" Es ist nicht die Zeit die unser Leben beendet, es ist die Zeit die man im Leben verschwendet"
Es war Zeit für eine Veränderung!
Ich beschloss das Unternehmen, Gebäude, etc. zu verkaufen und die an statt der Umstrukturierung eine völlige Neugründung mit neuer Ausrichtung zu wagen. Einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf verwendete ich für die Realisierung meines lange gehegten Traums von einem Tuberix-Museum.
Die Suche nach einem geeigneten Gebäude führte mich im Frühjahr 2014 nach Baunach, etwa 12 km nördlich von Bamberg. Hier konnte das nahezu 100 Jahre alte Anwesen des Malers Lothar Horn erwerben und in den letzten Monaten zum Museum umbauen. Ein Haus mit einer sehr wechselvollen Geschichte, dass schon für vieles: vom Ladengeschäft und Wohnhaus, Pizzeria, Massagepraxis bis zum Asylantenwohnheim genutzt wurde. Das Gebäude ist durch seine Lage, nahe dem historischen Baunacher Stadtkern und unmittelbar an der Hauptstasse, ideal als für den Museumsstandort. Das historische Gebäude bietet zusammen mit der attraktiven fränkischen Kleinstadt viele Möglichkeiten und einen schönen Rahmen für die ausgestellten Röhren.
Nach dem Abschluss der Umbauarbeiten und dem Bezug der Räumlichkeiten ist die Tuberix-Sammlung wieder zu besichtigen.

2015
Das TUBERIX - Museum in Baunach öffnet seine Türen

Auch wenn einige Vitrinen noch nicht komplett bestückt sind, ist das TUBERIX-Museum ab Januar 2015 für Besucher geöffnet.
Das Museum umfasst 4 Ausstellungsräume, auf einer Fläche von etwa 120m², in denen die verschiedensten Röhren aus allen Epochen der Röhrentechnik ausgestellt sind.
Die Vitrinen wittmen sich dabei jeweils gezielt einem technischen oder historischen Thema, wobei sich die Details zumeist erst in der Führung erschließen.
Insgesamt sind momentan rund 2500 Röhren in 16 raumhohen Vitrinen sowie mehrere große Röhren in Einzelaufstellung zu sehen.

An statt fester Öffnungszeiten wird auch in Baunach das bewährte Konzept der Besucherführung nach Anmeldung beibehalten.

Empfangsbereich

Raum 2 mit 250kW-Senderöhre

Raum3: Vitrine für russische Röhren

Hochleistungsklystron für eine Pulsleistung von 25 MW

Die Anfänge der Tuberix-Sammlung liegen nun schon rund 30 Jahre zurück. Heute im Januar 2015 erlebt die Sammlung mit der Eröffnung des TUBERIX - Museums in Baunach ihren Höhepunkt. Zeit einen Blick auf den heutigen Umfang der Sammlung zu werfen und zu sehen was aus dem Schuhkarton geworden ist:

DIe Tuberix-Sammlung umfasst heute mehrere 10.000 Röhren von denen bisher 4700 fotografiert und für die Ausstellung aufbereitet sind. Die Exponate reichen von der über 100 Jahre alten Gleichrichterröhre bis zum Radarklystron, das noch bis Februar 2013 für die Luftraumüberwachung in Betrieb war. Aber auch einige röhrenbasierene Industriegeräte, wie Blindleistungsregler, Zeitrelais oder Thermostate, die teilweise auch schon im Museum besichtigt werden können.
Neben den Röhren pflegt Tuberix auch ein umfangreiches Archiv an technischen Unterlagen, Datenblättern und Büchern. Ein zentraler Punkt ist die Tuberix-Homepage, die sich mittlerweile immer mehr zu einer Arbeitsplattform wandelt und zusammen mit der Excel-Tabelle das Herz der Sammlungsverwaltung bildet. DIe Homepage umfasst heute 12433 Seiten und besteht aus über 35000 Einzeldateien.

 

...und wie geht es weiter?