Bereich: TUBERIX-Museum - Museum für Röhrentechnik?  
     


Warum gründet jemand ein Museum für Röhrentechnik ?!


Für den Außenstehenden ist die Röhrentechnik zunächst etwas schwer greifbares, altertümliches und teilweise auch gefährliches. Die Annäherung an das Gebiet der Röhrentechnik in einer Ausstellung ist deshalb auch nicht vergleichbar mit dem Besuch einer Gemäldegalerie oder eines Automobilmuseums.
So bald man beginnt sich der Röhrentechnik nähern, stellt man fest wie umfangreich und fanzinierend diese Technologie ist. Man erkennt auch welchen Stellenwert die Röhrentechnik für unser heutiges, modernes Leben hat und dass diese keineswegs aus unserem Leben verschwunden ist.
Um die Faszination, die von den Röhren ausgeht, zu verstehen müssen wir unseren Blick auf die technologische Entwicklung der Menschheit richten. Nur wenige Erfindungen haben die Menschheit derart nachhaltig beeinflusst und verändert.
Nachdem die Menschen sesshaft wurden und sich die ersten Zivilisationen gebildet hatten, war die Erfindung des Rades die wesentliche Schlüsseltechnologie für unsere technologischen Entwicklung. Diese Erfindung ermöglichte den Transport von Gütern, die Errichtung von Bauwerken und ist letztlich die Grundlage der Mechanik, wie wir sie heute kennen.
Es war sicherlich eine interessante Epoche, nur leider hat keiner von uns diese Zeit miterlebt.


Sendegebäude des RIAS-Berlin
(ehemaliger Standort des Kurzwellen-Senders)

Quecksilberdampf-Gleichrichter

Die Nutzbarmachung der Elektrizität stellte einen vergleichbaren Entwicklungssprung dar. Die Elektrizität selbst ist zwar seit mehr als 3000 Jahren bekannt und wurde stellenweise auch schon in der Antike praktisch genutzt, ihre moderne Nutzbarmachung liegt jedoch gerade etwas mehr als 100 Jahre zurück.
Im Jahr 1844 errichtete Louis Joseph Deleuil mit der Installation von Bogenlichtlampen auf dem  Place de la Concorde in Paris die erste elektrische Beleuchtung eines öffentlichen Platzes. Im Jahr 1866 stellte Werner von Siemens seinen ersten Elektromotor vor. Die erste Elektronenröhre, die eine Steuerung eines elektrischen Stroms ermöglichte, wurde erst um 1902 entwickelt.
Bis sich die Elektrotechnik auf breiter Basis durchsetzte und auch Einzug in unser tägliches Leben hielt, sollte es noch einige, weitere Jahre dauern.
Mit der Einführung des öffentlichen Rundfunks in den 1920er Jahren, war die Elektrotechnik schließlich in unseren Wohnungen angekommen.

Nun erreichen wir in einem Zeitraum, den die älteren von uns, bzw. unsere Eltern und Großeltern noch miterlebt haben. Der Prozess zur Nutzbarmachung der Elektrizität der mit der Erfindung der Elektronenröhre vor gut 100 Jahren begann, ist heute keineswegs abgeschlossen. Vor rund 150 Jahren lösten die Kohlefaden- und Bodenlampen die bisher für die Beleuchtung von Plätzen und Gebäuden gebräuchlichen Gaslampen ab. Heute werden die Glühlampen von modernen Halbleiterleuchtmitteln (LED-Lampen) ersetzt.
Wir sind in der einmaligen Situation, eine epochale Entwicklungsphase in der Menschheitsgeschichte aktiv mitzuerleben, für einige von uns sogar mitzugestalten - Auch wenn vielen von uns das nicht bewusst ist.


Die Reste eines Wasserkühlers
(MIttelwellensender des RIAS-Berlin)

Bei aller Euphorie für die Technik und den technischen Fortschritt sollten wir jedoch den Ursprung der Elektrotechnik bewahren, so dass auch spätere Generationen die Möglichkeit haben sich eingehend mit den Anfängen dieser Entwicklung zu beschäftigen.
Die TUBERIX - Sammlung sieht ihre Aufgabe in der Dokumentation der Geschichte der Röhrentechnik und der Bewahrung der Zeugnisse dieser Zeit sowie deren Einfluss auf unserer industrielle und kuturelle Entwicklung. Durch das TUBERIX - Museum möchten wir einen Teil unserer Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich machen.

In diesen Gedanken laden wir Sie ein, nach Baunach zu kommen und sich mit uns auf eine spannende Reise durch über 100 Jahre technologische Entwicklung zu begeben.


Wir freuen uns, Sie schon bald in Baunach begrüßen zu dürfen.